Närrische Zeit – Böses aus der Provinz

Die Hauptstadtfrau residierte nicht immer in Berlin, zuvor gab sie ein mehrjähriges Gastspiel in der niedersächsischen Provinz. Ein berufliches Intermezzo als braves Büromäuschen. In dieser Zeit stand sie hoch über den Dingen, will sagen: Das Büro lag in der Füßgängerzone des Heideortes, ganz oben, im 5. Stock. Nun ist Niedersachsen nicht eben als erklärter Ursprung feierfreudiger Stimmungskanonen bekannt. Vereinzelte Karnevalsumzüge werden bisweilen schon einmal aufgrund von Terrordrohungen abgeblasen. Doch, auf den allerorten stattfindenden Schützenfesten wird selbst geblasen.

Tag 1 Kleinstadt im Ausnahmezustand

Kurzmeldung vom City-Logenplatz an der Einkaufstraße der Fußgängerzone:

Draußen warf der Irrsinn Blasen: Die 5. Jahreszeit, die unter dem Motto „Eintracht & Bürgersinn „firmierte, wurde spektakulös, unter reichlich Dschingderassabumm, eröffnet. Irgendwie schwirrte „Zwietracht & Bürgerkrieg“ durch den Kopf. Mannen in albernen Anzügen, dezent in gedeckten Kackfarben gehalten, kostümiert, veranstalteten völlig entfesselt lustige, steifbeinige Paraden. Lautstark begleitet von Blech-, Trommel- und Lyrakrawall. Man begann an seinem eigenen oder dem Geisteszustand der anderen zu zweifeln. Ein farblicher auffälliger Kontrast zur Montur waren rote Nelken, die aus den Gewehrläufen schauten. Frieden schaffen mit Gestrüpp in den Waffen? Dieser Tage konnte man ernsthaft über neuropathologische Reihenuntersuchungen auf dem Marktplatz nachdenken… Zack!… Schon wären die Klapsen rappelvoll. Schützenfest. Aus meiner Sicht überflüssig wie ein Buckel. Die norddeutsche Alternative zum Rheinländischen Karneval. Spätestens abends war das Klasssenziel erreicht: Uniformierte Herren, im Alltag eher bieder, hier auf Kommando zu Spaßvögeln mutiert, torkelten quer durch die sorgfältig gehegten Blumenrabatten und gepflegten Grünanlagen. Dorten legten sie sich gerne selber lang, bzw. die eine oder andere Pizza aus. Oder auch beides. Es folgten vier Tage echter Herausforderung für die Kampflebern der Provinz: Dauerhaft strunzedick, dank Bier und Köm. Da kam doch Stimmung auf im Heidekaff. Prostata, Ihr Hernien!

Tag 2 Der Ausnahmezustand hält an.

Nicht lange nachdem die offenbar gut angezechte „Garde der dem real existenten Irrsinn Anheimgefallenenen“ sich  in Richtung des anderen Endes der Kleinstadt verfatzt hatte, kam sie bald schon trötend, scheppernd und steifbeinig parierend wieder einmarschiert. Wie gesagt: Kleinstadt, kurze Wege. Irgendwie schien ihre LP des Grauens über nur ein einziges Musikstück zu verfügen. Mit dessen Hilfe der unbescholtene Bürger maltraitiert wurde, bis es kaum noch möglich war, seinen nach dem ohralen SuperGau verbliebenenen Restverstand im Sinne ernsthafter Arbeit einzusetzen.

Auch die Prophezeiung einer lieblichen Stimme aus der Ferne: „Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!“ bekam erschreckende Bedeutung: Der schon der Verzweiflung nahe Augen- und Ohrenzeuge gab den fröhlichen Grinsefritz, und: Es kam noch dicker! Nämlich genau in dem Moment, als er die erste Kneipe am Platze betrat, um dort eine warme Mahlzeit to go für die Mittagspause im Büro zu ergattern.  Eine Horde pubertärer Jungmusikanten der Narrenzunft Grün- Weiß, tönte schunkelnd zu der (Ver-) Stimmungsmucke aus den Lautsprechern des Lokals. Sie waren so frei, insbesondere von der Gabe des Tönetreffes. Das war lange noch kein Grund, nicht vielstimmig die einfältige Volksweise zu schmettern: „Ich hab drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär!“ Der ganz offenbar ertaubte Wirt, ein offensichtliches Opfer totaler Verwirrung, füllte mir ir-gend-was ins Schälchen. Ich  nahm es wie´s kütt. Hauptsache, schnell weg aus der Hölle des Frohsinns. Offensichtlich einer Aussenstelle des Landenkrankenhauses, in der sich ein betreuter Ausflug von Durchgeknallten eingefunden hatte. Auf der Flucht kam die Frage auf, ob diese schmetternde Rotzlöffelbande die drei Haare nicht vielleicht ganz woanders als ausgerechnet auf der Brust hat. Hoffentlich war  da nicht gleich ein Haar in der Suppe… Mahlzeit!

Tag 3 Fassungslosigkeit macht sich breit.

Das Nervenkostüm zersetzte sich von Tag zu Tag sukzessive mehr. Wer brauchte da noch Bovine Spongioforme Enzephalopathie, wenn die Grütze eh porös war? Die Grenzen der nervlichen Belastung waren hinlänglich auf Extreme hin ausgelotet. Es schien nicht genug damit zu sein, dass erwachsene Menschen zu uniformierten Volldeppen mutierten, oder sich vielleicht einfach nur einmal ganz ungehemmt, authentisch auslebten. Getreu dem Motto: Manche mögen´s einfach. Nein, der neue Tag startet mit neuem Horror ganz anderer Qualität. Auf dem Platz unterhalb der Bürofenster präsentierte der linkische Nachwuchs des grün- weissen Irrenvereins grobmotorische Übungen, die an Volkstänze erinnerten. So, wie sie sie vermutlich im anstaltseigenen Garten für ihren großen Auftritt lange mit den Betreuern geprobt hatten. Nicht, ohne dazu den „Spielmannszug-Boogie“ zum Besten zu geben, mit der nichtssagenden Melodie des Gassenhauers „Rucki- Zucki“. Niemand erwartete bei einer solchen Veranstaltung, Lichtjahre abseits jeglichen Niveaus, eine anspruchsvolle Arie wie die der „Königin der Nacht“. Doch wenn jede handelsübliche Toilettenspülung zum vergleichsweise sphärischen Klangerlebnis wurde, sollte man aufmerken. Besonders effektvoll und anatomisch ganz nervennah, bohrte sich das begleitende neurotische Gefiepe einer unsachgemäß bedienten Piccoloflöte in die bereits hinreichend misshandelten Gehörgänge. Unter anderen Umständen hätte man sich glücklich geschätzt, wenn der gemeine Erwachsene auf den Plan träte, um die verunglückte Brut einzufangen und zu ruhigzustellen. Doch, weit gefehlt.
Der erwachsene Rest von Grün & Blöd e.V., wieder als Blechlawine getarnt, kam um die Ecke gerödelt und gescheppert. Spätestens zu diesem Zeitpunkt begann der, sich allmählich der dem Wahnsinn geweihte Arbeitnehmer, sein Stammhirn auf Rudimente schulischen Chemie- und Physikwissens abzufragen, hinsichtlich der Erstellung von Bomben oder ähnlichem. Auch die Fenster der Arbeitsstätte zwei Etagen tiefer wurden ganz neu entdeckt, in ihrer Funktion als Schießscharten. La Bastion c´est moi! Wie lernte doch schon der klassische Homöopath: Vorgehen nach dem Prinzip der Ähnlichkeit. Also, warum nicht den verblödeten Heinis mit Puschel am Hut und alberner, blümchenbestückter Holzknarre, mal ordentlich von oben was auf den kackgrün befrackten Wams brennen? Puff! Peng! Party!

Tag 4 und 5 Urlaub von den sich hinziehenden Feierlichkeiten. Die Schmerzgrenze war überschritten.

Große Ereignisse

werfen ihre Schatten voraus.

Die Hauptstadtfrau hat alle Hände voll zu tun, denn das Verlegen eines eBooks ist nix für Weicheier. Schon gar nicht für solche wie mich, die mit technischem Englisch nicht auf Du und Du sind. Aber, aufgegeben wird nicht… Fortschritte werden hier dokumentiert, neue Texte vorerst leider nicht.

Denn, er geht um, der Horror in den Self Publisher Kreisen: Das Plagiateur. Oder auch: Der Textklauer. Und das gilt es zu verhindern, dass Geschichten gestohlen werden. so schade ich es auch finde, dass ich hier vorübergehend aufräumen musste. 😉

LG, Eure Hauptstdtfrau

Verlegt

Die Hauptstadtfrau hat sich rar gemacht. Ist sicherlich schon aufgefallen. Das hoffe ich doch zumindest stark. Dafür gibt es tatsächlich auch einen Grund: Die Hauptstadtfrau arbeitet an der Verlegung ihrer Geschichten, und daher gibt es derzeit bis zum Erscheinen nur Appetithäppchen. Es dauert noch ein bisschen, da die Hauptstadtfrau zwar irgendwie fast alles kann, nicht jedoch: HTML, NASA und BSE. Bovine spongioforme Encephalopathie und Astronaut sind nebenrangig, aber HTML ist  von Bedeutung beim Verlegen eines eBooks. Ergo: Hier ist was los! Aber es wird. Und um dieses literarische Werk kommt die geneigte Welt nicht umhin. Soweit die Kurzmeldung zur aktuellen Lage 🙂

 

Hallo Welt! Die Hauptstadtfrau residiert und wirkt an neuer Stelle.

Hallo Welt!   Hello world!   Salut monde!  Hallo wereld!  Ciao mondo!

Die Hauptstdtfrau ist umgezogen und ab sofort nicht mehr unter Hauptstadtfrau.blog.de aktiv.

Wobei ich allerdings meine bisherigen Beiträge als Lesestoff natürlich sehr empfehlen möchte.

Ob mir der Transfer meiner Beiträge gelingt, steht noch in den Sternen. Und da steht ja bekanntlich vieles.

Ich hoffe, viele meiner gern gelesenen, ebenfalls heimatvertriebenen Blog.de-ler hier wiederzutreffen!

Auf ein Neues,

Eure Hauptstadtfrau