Wer hätte das gedacht?

Nein, weit gefehlt, sie ist weder verschollen, noch hat sie der Hauptstadt den Rücken gekehrt. Die Hauptstadtfrau hat sich eine kreative Pause genommen. Heute nun, einen Job und eine Beziehung später, taucht sie aus der Versenkung auf, um Neuigkeiten aus dem unberlinischsten aller Kieze zum Besten zu geben. Macht Euch auf Neues gefasst. Auch das lustige Hirn ist aus einer Art Dämmer erwacht.

Der Sommer hat eben erst begonnen. Kalendarisch auf jeden Fall. Zeigte sich ansonsten eher dem in Heinrich Heines Aphosrismus beschriebenen grün angestrichenen Winter gleich. Kühl, grau, ungemütlich. Als Besonderheit und ein erstes Highlight dieses Jahr: Die neue Sintflut. Nur eben ohne Arche Noah. Früher war doch alles besser. Das heutige Pendant zur Arche Noah wäre schätzungsweise die Aida Perla, nur ließ die auf sich warten. Ich vermute, dass dort Tiere an Bord gar nicht gestattet sind, von daher hätte das auch wenig Sinn gehabt. Wobei das wieder Hauptstadtstyle gewesen wäre, denn hier passt auch eins nicht zum anderen. Und der Rest klappt nicht. Berlin schnell erklärt.

Die Lieblingsstadt aller selbstberufenen Künstler, Lebenskünstler und der Spätzlefresser ist also kurzfristig mal richtig baden gegangen, zumindestens im Westteil. Der Osten war zwar schwer verregnet, jedoch reichte es hier bei Weitem nicht, um S- Bahnunterführungen zweckzuentfremden und kurzerhand zum Freibad umzufunktionieren. Entspannt ein paar 10- Meter-Bahnen zu ziehen, wie etwa in der Kreuzberger Yorckstraße. Nach 25 Jahren Einheit gibt es nicht einmal in meteorologischer Hinsicht eine Gleichheit. Tja, so sieht es aus. Mich als Wessie stört das ja weniger.

Manchmal reicht es schon für ein kleines Glücksgefühl festzustellen, dass bei den niedergegangenen Fluten der Keller mit allen Habseligkeiten, die nicht auf 33 Quadratmetern Berlin oder in dem antiken Schrank mit seiner Funktion einer 0,5- Zimmer-Wohnung Platz finden, trocken ist. Gar nicht selbstverständlich. Aber ein guter Anlass, seinem pesönlichen inneren Feng Shui freien Lauf zu lassen, und mal großzügig auszusortieren. Weg mit dem alten Muff. Alles neu macht der Juli. Allora, andiamo !

So. Wieder da. Eine Drohung, kein Versprechen. 🙂

Eure HSF